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4 Professionalisierung

Die Professionalisierung von Lehrkräften erfolgt in Nordrhein-Westfalen in der Regel über zwei Phasen der Lehrerbildung (Universität und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung) sowie die anschließende dritte Phase der Fort- und Weiterbildung nach dem Berufseinstieg. Der Anspruch an die Professionalität der Lehrkräfte, der Schulleitungen und des weiteren pädagogischen Personals ist hoch. So wird u. a. von Lehrkräften erwartet, dass sie Expertinnen und Experten für das Lehren, Lernen und den Kompetenzerwerb sind, um die (einzelnen) Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fordern und zu fördern. Dabei gilt es professionell sowohl mit der Heterogenität und Diversität der Schülerinnen und Schüler als auch weiteren Herausforderungen und zentralen Handlungsfeldern (wie z. B. Medienbildung) umzugehen, indem berufliche Kompetenzen im Rahmen von Fort- und –weiterbildung kontinuierlich gepflegt und ausgebaut werden.Die Qualitätsaussagen dieses Inhaltsbereichs stellen die Ansprüche an die Professionalität zusammen, die im Zusammenspiel sowohl von Lehrerausbildung, -fortbildung und –weiterbildung als auch dem Umgang mit den beruflichen Anforderungen (u. a. im Kontext des digitalen Wandels) und in der Kooperation in (multi)professionellen Teams ausgelotet werden.Zur kollegialen Zusammenarbeit gehört dabei u. a. auch die Klärung von Rollen und Verantwortung zwischen den unterschiedlichen Professionen. Der Austausch über die konkrete Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler ermöglicht es dem pädagogischen Personal, sich über die je eigenen Sichtweisen zu vergewissern und diese zusammenzuführen.

4.1 Lehrerbildung

    4.1.1 Die Schule nimmt ihre Aufgaben im Bereich der Ersten Phase der schulischen Lehrerausbildung (Studium) wahr.
    ///Nutzungsrechte/////Verzahnung von Theorie und Praxis im Lehramtsstudium Bundesministerium für Bildung und Forschung 2019 Verzahnung von Theorie und Praxis im Lehramtsstudium. Erkenntnisse aus Projekten der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung". Der Sammelband bietet ein breites Spektrum an Fachaufsätzen aus den Bereichen "Theoretische Grundlagen - Praxisbezug im Lehramtsstudium", "Innovative Praxisformate - didaktisches Potenzial in der Lehrkräftebildung" sowie "Professionalisierung des Praxisbezugs - Erkenntnisse aus der Projektarbeit". Zentrale Fragen nach der gelingenden Verzahnung von Theorie und Praxis im Kontext der ersten Phase der Lehrerbildung werden durch theoretische Beiträge sowie durch die Vorstellung innovativer Praxisformate und Befunden empirischer Forschung zu beantworten versucht. Link zum Material eingesehen am: 22.06.2020
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    • Die Schule fördert die Orientierung und Professionalisierung von Studierenden in schulischen Praxisphasen.
    • Die Schule tauscht sich systematisch in Bezug auf das Praxissemester mit allen an der Ausbildung Beteiligten in Schule, Hochschule und den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung aus.
    • Die Schule unterstützt die Studierenden und stellt die Beratung und Begleitung durch Ansprechpersonen sicher.
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    4.1.2 Die Schule nimmt ihre Aufgaben im Bereich der Zweiten Phase der schulischen Lehrerausbildung (Vorbereitungsdienst) wahr.
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    • Die Schule orientiert sich in ihrem mit dem Schulprogramm abgestimmten Ausbildungsprogramm an dem Kerncurriculum für den Vorbereitungsdienst und der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Zweiten Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen (OVP).
    • Das schulische Ausbildungsprogramm ist mit dem des jeweiligen Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung abgestimmt.
    • Die Schule fördert die Professionalisierung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter unter Beachtung der Grundsätze von Wissenschafts-, Standard-, Handlungs- und Personenorientierung.
    • In der Ausbildung befindliche Personen werden begleitet, beraten und unterstützt.
    • Die Schule nimmt die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter als eigenverantwortliche und erwachsene Lernende wahr.
    • Der Einsatz von Lehramtsanwärterinnen, Lehramtsanwärtern und Lehrkräften in Ausbildung berücksichtigt die Ausbildungsbelange und -wünsche.
    • Die Schule erkennt Kompetenzen und Erfahrungen der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter und eröffnet Gelegenheiten, diese in die schulische Arbeit konstruktiv einzubringen.
    • Die Schule tauscht sich systematisch mit allen an der Ausbildung Beteiligten in Schule und den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung aus.
    • Das schulische Ausbildungsprogramm greift, basierend auf dem Kerncurriculum und der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Zweiten Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen (OVP), die Standards der Lehrerausbildung auf.
    • Das schulische Ausbildungsprogramm begleitet und unterstützt die in Ausbildung befindlichen Personen.
    • Das schulische Ausbildungsprogramm zeigt Vereinbarungen und Verfahren des schulischen Teils der Lehrerausbildung auf.
    • Das schulische Ausbildungsprogramm stellt sicher, dass Impulse aus der Lehrerausbildung systematisch aufgegriffen und für die schulische Arbeit nutzbar gemacht werden.
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    4.1.3 Lehrkräfte entwickeln ihre beruflichen Kompetenzen im Rahmen von Fort- und Weiterbildung kontinuierlich weiter.
    Die Literaturauswahl ist in der Regel durch vier Zwischenüberschriften unterteilt. Sie führt mit grundlegender Literatur in das jeweilige Thema ein, bietet weitere Literaturhinweise zur Vertiefung und eröffnet ggf. Perspektiven der Weiterarbeit z.B. unter Berücksichtigung der Bedingungen im Ganztag und unter Berücksichtigung der Reflexiven Koedukation.
    /////NR beachten /////Lehrerfortbildung, die einen Unterschied macht Altrichter, Herbert 2017 Lehrerfortbildung, die einen Unterschied macht. Weiterbildung 5 12-15 Der kurze Artikel beschäftigt sich mit der Frage, über welche Merkmale wirksame Lehrerfortbildungen verfügen sollten und stellt eine Übersicht von organisatorischen und didaktischen Merkmalen nachhaltiger Lehrerfortbildungen zusammen. Link zum Material eingesehen am: 22.06.2020
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    Einführende Literatur
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    • Lehrkräfte sind mit dem Fortbildungskonzept der Schule vertraut.
    • Lehrkräfte reflektieren ihren Fortbildungsbedarf und übernehmen Verantwortung für die Erhaltung und die weitere Entwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten, indem sie sich fortbilden – auch im Selbststudium.
    • Lehrkräfte nehmen regelmäßig an schulischen und außerschulischen Fortbildungen teil.
    • Lehrkräfte orientieren sich bei der Auswahl von Fort- und Weiterbildungsangeboten am Schulprogramm und am schuleigenen Fortbildungskonzept sowie an aktuellen Themen.
    • Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger können in den ersten Berufsjahren Angebote zur weiteren Professionalisierung wahrnehmen.
    • Die Schule stellt sicher, dass Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger von Kolleginnen und Kollegen systematisch begleitet werden.
    • In der Schule findet ein Austausch über Positionen und Ergebnisse der aktuellen professionsbezogenen Forschung und Diskussion statt.
    • Bei der Fortbildungsplanung steht die schulinterne Fortbildung im Vordergrund.
    • Erkenntnisse aus allen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen fließen systematisch in die Qualitätsentwicklung der schulischen Arbeit ein.
    • Es gibt gemeinsame Fortbildungen von Lehrkräften, dem weiteren pädagogischen Personal und von Fachkräften außerschulischer Partner.
    • Lehrkräfte werden unterstützt, ihre Kompetenzen auch in Perspektive auf die Übernahme von Leitungsfunktionen zu erweitern.
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    4.1.4 Die Mitglieder der Schulleitung qualifizieren sich weiter.
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    • Die Schulleitung nimmt an Fortbildungen teil, die sich an den Handlungsfeldern und Schlüsselkompetenzen für Leitungshandeln orientieren.
    • Die Schulleitung nimmt professionelle externe Angebote (Beratung, Supervision, Coaching) in Anspruch.
    • Die Schulleitung qualifiziert sich hinsichtlich neuer Schulleitungsaufgaben und aktueller Entwicklungen.
    • Die Schulleitung nutzt die Arbeit in Netzwerken für die eigene professionelle Weiterentwicklung.
    • Die Schulleitung tauscht sich in Fragen der Schul- und Unterrichtsentwicklung in Netzwerken aus.
    • Die Schulleitung holt Leitungsfeedback ein und zieht daraus Konsequenzen.
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4.2 Umgang mit beruflichen Anforderungen

    4.2.1 Lehrkräfte bewältigen berufliche Anforderungen professionell.
    Die Literaturauswahl ist in der Regel durch vier Zwischenüberschriften unterteilt. Sie führt mit grundlegender Literatur in das jeweilige Thema ein, bietet weitere Literaturhinweise zur Vertiefung und eröffnet ggf. Perspektiven der Weiterarbeit z.B. unter Berücksichtigung der Bedingungen im Ganztag und unter Berücksichtigung der Reflexiven Koedukation.
    ////NR beachten////Lernen heißt, Flammen zu entzünden Kahl, Reinhard 2013 Lernen heißt, Flammen zu entzünden. Wirtschaft & Wissenschaft 03 42-47 Der Lehrerberuf hat in Deutschland ein schlechtes Image. Eine fatale Entwicklung, wie der Journalist und Erziehungswissenschaftler Reinhard Kahl findet. Denn Lehrkräfte sind wichtige Vorbilder. Doch um zu solchen zu werden, müssen sie hart arbeiten – vor allem an sich selbst. Neben einer kritischen Auseinandersetzung mit der Lehrerpersönlichkeit führt der Autor zahlreiche Beispiele auf, die die Bedeutung von vorbildlichem Lehrerverhalten für erfolgreiches Lernen belegen.
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    • Lehrkräfte begreifen sich als Fachleute für das Lehren und Lernen.
    • Lehrkräfte reflektieren ihre Haltungen sowie den Einfluss subjektiver Theorien auf ihr Handeln und ihre Wahrnehmung der einzelnen Schülerinnen und Schüler.
    • Lehrkräfte sind sich ihrer Erziehungsaufgabe im Unterricht und im Schulleben bewusst und nehmen sie wahr.
    • Lehrkräfte reflektieren ihre Rolle bei der Entwicklung von Urteilsfähigkeit und Wertorientierungen.
    • Lehrkräfte reflektieren ihre Werte und Normen, pädagogische Grundannahmen und Überzeugungen, Menschenbilder sowie ihre Denk- und Handlungsweisen in vielfältigen Zusammenhängen.
    • Lehrkräfte reflektieren ihr Handeln im Kontext von Beurteilung und Beratung sowie ihre Rolle bei der Vergabe von Zugangsberechtigungen für die weitere schulische und berufliche Laufbahn.
    • Lehrkräfte verstehen ihren Beruf als ständige Lernaufgabe und entwickeln ihre fachlichen und überfachlichen Kompetenzen weiter.
    • Lehrkräfte sind sich der besonderen Anforderungen ihres Berufs im Kontext gesellschaftlicher, kultureller und technologischer Entwicklungen bewusst.
    • Lehrkräfte verstehen ihren Beruf als ein öffentliches Amt mit besonderer Verantwortung und Verpflichtung.
    • Lehrkräfte reflektieren ihre Rolle in Schulentwicklungsprozessen, der Gestaltung einer lernförderlichen Schulkultur und eines motivierenden Schulklimas.
    • Lehrkräfte sind bereit und in der Lage, schul- und unterrichtsbezogene Daten zu generieren, zu interpretieren und Handlungsperspektiven zu entwickeln.
    • Lehrkräfte verstehen Kinder und Jugendliche als Menschen in Entwicklung und begleiten diesen Prozess verantwortungsbewusst und sensibel.
    • Lehrkräfte sind offen für Kooperationen im Kollegium und auch darüber hinaus.
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    4.2.2 Lehrkräfte bewältigen belastende Anforderungen professionell.
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    • Lehrkräfte nutzen die vorhandenen Ressourcen effektiv.
    • Lehrkräfte halten Arbeitsschutz- und Sicherheitsbestimmungen ein.
    • Lehrkräfte kennen Strategien für den Umgang mit beruflichen Belastungen und nehmen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (z. B. Bewegungsangebote, Zeit- und Aufgabenmanagement, Rückzugsraum) an.
    • Professionelle externe Hilfen sind den Lehrkräften bekannt und werden, da wo sinnvoll und notwendig, in Anspruch genommen.
    • Lehrkräfte kennen verbindliche Konzepte für das Verhalten in Krisensituationen (z. B. Missbrauch, Gewalt) und wenden sie an.
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    4.2.3 Lehrkräfte bewältigen berufliche Anforderungen im Kontext des digitalen Wandels professionell.
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    • Lehrkräfte sind in der Lage, digitale Ressourcen und Materialien für das Lehren und Lernen adressatengerecht und zielorientiert auszuwählen, zu modifizieren bzw. eigenständig zu erstellen.
    • Erweiterte technologische Möglichkeiten werden für teamorientiertes, kooperatives und kollaboratives Arbeiten eingesetzt.
    • Lehrkräfte können die Bedeutung von Medien und Digitalisierung einschätzen.
    • Lehrkräfte unterstützen ihre Schülerinnen und Schülern bei der Orientierung im digitalen Wandel.
    • Lehrkräfte regen ihre Schülerinnen und Schüler zur Reflexion des eigenen Medienhandelns und zu einem kompetenten Umgang mit Medienangeboten und Medieninhalten an.
    • Lehrkräfte nutzen digitale Möglichkeiten für die Diagnostik und für die individuelle Förderung der Lernenden mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen innerhalb und außerhalb des Unterrichts.
    • Lehrkräfte erkennen und reflektieren die besondere Relevanz von Medienkompetenz für Bildungsprozesse und das lebenslange Lernen.
    • Lehrkräfte kennen die Möglichkeiten lernprozessbegleitenden und summativen Feedbacks mithilfe digitaler Medien und setzen diese gezielt für die Lernberatung ein.
    • Lehrkräfte greifen Potenziale digitaler Medien für inner- und außerschulische Kommunikation und Kooperation in allen schulischen Handlungsfeldern auf.
    • Lehrkräfte nutzen technologische und pädagogische Entwicklungen für schulische Prozesse und Innovationen sowie für Organisations- und Verwaltungstätigkeiten.
    • Lehrkräfte beachten rechtliche Aspekte, insbesondere Grundsätze des Datenschutzes und der Informationssicherheit, sowie technische Aspekte der Informationssicherheit.
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4.3 (Multi-)Professionelle Teams

    4.3.1 An Schulen wird teamorientiert gearbeitet.
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    • Lehrkräfte arbeiten in professionellen Teamstrukturen und sind offen für Kooperationen, auch außerhalb der Schule.
    • Die Lehrkräfte sowie das weitere pädagogische Personal arbeiten auf der Grundlage klarer Strukturen in fachlichen, erzieherischen und organisatorischen Fragen zusammen.
    • Lehrkräfte und das weitere pädagogische Personal klären auf Augenhöhe ihre jeweilige Rolle, Aufgabe und die Verantwortlichkeit z. B. im Team-Teaching.
    • An der Schule werden kollegiale Unterrichtshospitationen zur Selbstreflexion und zur wechselseitigen Beratung genutzt.
    • Lehrkräfte schließen sich zu professionellen Lerngemeinschaften zusammen.
    • Lehr- und Erziehungsprozesse werden, wo möglich und sinnvoll, in multiprofessionellen Teams gestaltet, systematisch reflektiert und weiterentwickelt.
    • Multiprofessionelle Teams stimmen für eine effiziente Zusammenarbeit Ziele, Arbeitsstrukturen und Zeitfenster ab.
    • In multiprofessionellen Teams wird eine konstruktive, vertrauensvolle und kooperative Kultur gepflegt.
    • Multiprofessionelle Teams fühlen sich gemeinsam für das Erreichen der darin festgelegten Ziele verantwortlich.
    • An der Schule beraten sich Lehrkräfte regelmäßig und kontinuierlich mit dem weiteren pädagogischen Personal z. B. über die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler.
    • An der Schule werden die vorhandenen Expertisen systematisch eingebunden (z. B. aus den Bereichen Sonderpädagogik, Sozialpädagogik, Schulpsychologie, Schulsozialarbeit, Schulseelsorge).
    • Von der Schule werden außerschulische Partner und Institutionen zur Erweiterung und Verbesserung der Beratungstätigkeit einbezogen.
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